Stammplätze.

Diese Zeilen zu schreiben versetzt mir einen großen Stich. Geliebtem auf Wiedersehen zu sagen tut weh.

Meinem geliebten Tübingen auf Wiedersehen zu sagen schmerzt. Tübingen und all den wunderbaren Menschen dort. Tübingen, das ich fast zehn Jahre lang mein zu Hause nennen durfte. Tübingen, der Ort an dem ich erwachsen geworden bin.  Tübingen, der Geburtsort meiner Kinder. Und Tübingen, das mir mit der Fotografie neue Wege und Welten erschlossen hat. Für all das und noch mehr bin ich dankbar.

Nachdem nun klar war, dass wir unsere Zelte bald woanders aufschlagen werden, haben wir die Stadt irgendwie mit anderen Augen gesehen. Haben Stammplätze immer und immer wieder aufgesucht, Lieblingssachen nochmal gemacht, und dokumentiert.

Hier folgt eine Auswahl unserer Stammplätze & Lieblingssachen. (Und Achtung, gut weiterlesen, es folgt eine kleine Überraschung :)).

 

Il Dolce

Die allerbesten (italienischen) Konditorwaren der Stadt! Tut Bauch und Seele gut, in jeder Lebenslage. Mein Favorit: Pasticcino Nero.

 

Baden am Neckar

In trockenen Phasen tauchen am unteren Neckar herrliche Sandbänke auf. Dort lässt sich’s wunderbar toben und baden.

 

 

Spazieren auf dem Bergfriedhof

Ruhe. Nachdenken. Jahreszeiten beobachten. Und ein wunderschöner Ausblick übers Ammertal.

 

 

Stocherkahnfahren

Vielleicht eine gewagte Behauptung, aber … wer nicht Stocherkahn gefahren ist, war nicht in Tübingen. Oder? :)

 

 

Ein Eis in der Neckargasse

Die ewige Diskussion, ob das Eis bei der linken oder rechten Eisdiele in der Neckargasse am besten schmeckt – welcher Tübinger kennt sie nicht? Wir haben’s einst am Schokoladeneis erprobt und einstimmig einen Favoriten gekürt. ;)

 

 

Schönbuch

Das Naturschutzgebiet Schönbuch zieht sich im Norden und Westen um Tübingen herum und hat wahnsinnig viele, einzigartige Orte zu bieten.

 

 

Florian

Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht, was ich ohne diesen Laden in meinem Leben tun werde. Ich liebe liebe liebe den Stil von „Florian“ – man erkennt ihn sofort, einen Strauß von „Florian“!

 

 

Wochenmarkt

Ein Wochenmarkt lässt sich in der neuen Stadt sicher finden, aber auch dieser Stand hier, der wird wohl kaum zu ersetzen sein. Himmlische Cremes, wunderbare Oliven und eingelegte Mini-Kürbisse, die süchtig machen. Außerdem tun die Besitzer alles dafür, dass schon kleine Kinder Feinschmecker werden – eine Schale Zitronenoliven gibt’s immer umsonst obendrauf.

 

 

Hanseatica

Mein absolutes Lieblingscafé. Mein Stammplatz. Mit dem allerallerbesten Milchkaffee (schmeckt sogar entkoffeiniert).

 

Altstadt

Auch nach zehn Jahren und unzähligen Spaziergängen durch die Tübinger Altstadt, hat mich eins immer wieder umgehaun: man kann garantiert bei jedem Spaziergang etwas entdecken, das einem zuvor noch nie aufgefallen ist.

 

 

Platanenallee

Die Platanenallee ist pompös, und wunderschön – bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Und ganz besonders lieb‘ ich sie, weil man dort den Herbst so toll hören kann.

 

 

Enten Füttern an der Steinlach-Mündung

Dort wo die Steinlach in den Neckar mündet leben viele Enten und Schwäne, die gern gefüttert werden. Dorthin führte uns immer unser Standard-Mini-Spaziergang. Und inzwischen fingen die Enten schon an zu schnattern, wenn sie uns nur ganz von Weitem mit einem Beutel kommen sahen. Hach.

 

 

Wer es bis hierher geschafft hat, darf nun von meiner Sentimentalität profitieren und etwas Feines gewinnen.

Kommentiert dafür hier unter dem Blogpost, was euer Stammplatz in Tübingen ist – oder welcher es werden könnte. Unter allen Einträgen verlose ich nach Wunsch einen kleinen Gutschein vom „Florian“ oder „Hanseatica“. Das Gewinnspiel endet am Dienstag, den 28.11., um 12 Uhr.

 

Sicher ist: wir werden immer wieder nach Tübingen zurückkehren, denn wir haben an diese Stadt unser Herzen verloren. Allerdings nicht vollständig. Der Rest gehört einer Neuen. Leipzig.

 

Auf Wiedersehen, Tübingen. Auf bald, Leipzig.

Be astonished.

Eine meiner liebsten Lyrikerinnen ist Mary Oliver. Sie schrieb einmal:

Instructions for living a life:

Pay attention.
Be astonished.
Tell about it.

Das klingt so einfach, und ist doch so schwer. Für Kinder aber ist es das natürlichste Vorgehen, so leben sie. Leben.

Ich will nicht müde werden, mir in dem Allen immer wieder ein Beispiel an ihnen zu nehmen. Acht zu geben, zu staunen, darüber zu sprechen. Ganz sicher: so lässt sich die Welt zum Guten ändern.

 

Lieblingsmonat November

Kürzlich verkündete mir eine Frau, die ich sehr schätze, freudestrahlend, wie sehr sie sich auf November freut – es ist ihr Lieblingsmonat. Zugegeben, in meiner persönlichen Jahreszeitenrangliste steht der November … ziemlich weit unten. Also hakte ich nach.

Die Eltern von M. waren Bauern, Ackerbauern. Ihre gesamte Kindheit hindurch hieß es für M. und ihre Geschwister nach der Schule: Feldarbeit, von Frühjahr, bis spät in den Oktober hinein. Nach vielen Monaten harter Arbeit verhieß der November freie Zeit. Endlich durften die Kinder nach der Schule … einfach mal spielen. Man saß drinnen beisammen, es gab Tee. Die Mutter nähte. All diese Bilder blieben. Deshalb liebt M. den November auch heute noch so, und hat diese Liebe an ihre eigenen Kinder weitergegeben.

Und jetzt wünsche ich euch ebenfalls einen wunder-vollen November. Zu Beginn gibt’s hier auf dem Blog ein paar kuschelige Familienbilder zu Hause.
Alles Liebe,
Sophie.