Vatersein, Muttersein.

Am Sonntag ist wieder – Muttertag. Grund zur größten Freude, Grund für größten Schmerz. Anlässlich des letzten Muttertags veröffentlichte ich im letzten Jahr ein Bild&Gedanken Projekt, „define:mother“. Darin erzählten Mütter von ihrem einzigartigen, und ja – auch schmerzhaften – Wegen zum Muttersein. Jede wagte sich an eine, ihre persönliche Definition dafür, was eine Frau zur Mutter macht.

Hier könnt ihr alle Geschichten noch einmal nachlesen: http://www.definemother.com/

Immer und immer wieder, auch viele Monate später, bekam ich Rückmeldungen zu define: mother, was mich sehr berührt hat. Deshalb soll es damit weitergehen, wenn auch nicht so „geballt“ wie im letzten Jahr. Außerdem möchte ich in Zukunft die verschiedensten Menschen dafür ins Boot holen. Ich bin mir ganz sicher, dass es immer wieder Anstöße liefern wird, den eigenen Horizont weit zu machen.


Was sagen Väter zum Muttersein? Wie empfindet ein Vater Mütter? Hier kommt heute die Antwort eines jungen Papas und ein paar Aufnahmen – eines „wunderschönen müden Papas“, wie seine Frau sagte. Aufgenommen in Leipzig, wie immer analog auf Film.

 

 

Eine Mutter ist ein Macher, ein Durchhalter, ein Fels in der Brandung. Immer auf Abruf, immer auf Achse, immer am Machen. Eine Mutter ist erschöpft, nie ausgeschlafen, unter Dauerdruck. Muttersein ist eine Zerreißprobe zwischen Glückseligkeit und Verzweiflung, zwischen Selbstaufgabe und Erfüllung. Muttersein ist die Bürde der Verantwortung für alles und die Entlohnung der immer währenden Liebe. Eine Entscheidung fürs Leben uns die größte die man fällen kann.

 

Neuanfang.

Am ersten warmen Frühlingstag vor einigen Wochen traf ich Sarah und ihren kleinen Sohn am Cospudener See bei Leipzig. Nicht nur dass zum ersten Mal so richtig die Vögel zwitscherten und eine laue Brise wehte, auch für Sarah und ihre Familie lag Neuanfang in der Luft. Inzwischen hat sich viel für die ganze Familie geändert: die kleine Schwester ist wohlbehalten auf die Welt gekommen!
Natürlich, die Vorfreude auf ein neues, weiteres Baby ist riesig, aber irgendwo, ganz tief drinnen, spürt und ahnt man, dass sich viel mehr ändern wird, als dass „einfach“ ein neues Familienmitglied hinzukommt.
Die letzten Tage und Wochen mit unserem Sohn vor der Geburt seiner kleinen Schwester waren für mich ebenfalls unendlich kostbar. Es war ein anderes Leben.
Und deshalb war es auch so wertvoll, diese Momente von Sarah und ihrem kleinen Großen festhalten zu dürfen.
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Unser Umzug von Tübingen nach Leipzig bedeutete auch für mich und meine Fotografie einen Neuanfang. Ab Juni können wir uns endlich ganz offiziell für euer Fotoshooting mit mir in Leipzig und Umgebung treffen, bei euch zu Hause, am See oder an einem der viiielen anderen schönen Orte hier (von denen ich die meisten noch nicht kenne und ganz sicher Nachholbedarf habe). Meldet euch gern über das Kontaktformular!

 

 

PS: Auf nopantstoday teilt Sarah Gedanken, Freuden, Herz. Unbedingt mal vorbeischauen!

Be astonished.

Eine meiner liebsten Lyrikerinnen ist Mary Oliver. Sie schrieb einmal:

Instructions for living a life:

Pay attention.
Be astonished.
Tell about it.

Das klingt so einfach, und ist doch so schwer. Für Kinder aber ist es das natürlichste Vorgehen, so leben sie. Leben.

Ich will nicht müde werden, mir in dem Allen immer wieder ein Beispiel an ihnen zu nehmen. Acht zu geben, zu staunen, darüber zu sprechen. Ganz sicher: so lässt sich die Welt zum Guten ändern.

 

Lieblingsmonat November

Kürzlich verkündete mir eine Frau, die ich sehr schätze, freudestrahlend, wie sehr sie sich auf November freut – es ist ihr Lieblingsmonat. Zugegeben, in meiner persönlichen Jahreszeitenrangliste steht der November … ziemlich weit unten. Also hakte ich nach.

Die Eltern von M. waren Bauern, Ackerbauern. Ihre gesamte Kindheit hindurch hieß es für M. und ihre Geschwister nach der Schule: Feldarbeit, von Frühjahr, bis spät in den Oktober hinein. Nach vielen Monaten harter Arbeit verhieß der November freie Zeit. Endlich durften die Kinder nach der Schule … einfach mal spielen. Man saß drinnen beisammen, es gab Tee. Die Mutter nähte. All diese Bilder blieben. Deshalb liebt M. den November auch heute noch so, und hat diese Liebe an ihre eigenen Kinder weitergegeben.

Und jetzt wünsche ich euch ebenfalls einen wunder-vollen November. Zu Beginn gibt’s hier auf dem Blog ein paar kuschelige Familienbilder zu Hause.
Alles Liebe,
Sophie.

 

 

Dieser Ort.

Es gibt Orte  – Plätze, Städte, Länder -, die ganz unweigerlich mit deinem Leben, mit der Geschichte deiner Familie, verknüpft sind. Das kann positiv sein, sodass du später immer nostalgisch werden wirst, sobald du an diesen Ort denkst. Das kann auch negativ sein und vielleicht möchtest du niemals wieder an diesen Ort zurückkehren. Oder es ist zerreißend ambivalent, so wie für die Familie auf den Bildern des heutigen Blogposts. Tübingen ist für sie so viel, so viel Traurigkeit, Herausforderung, Hoffnung, Freundschaft, Leben. Doch gerade deswegen wollten sie ihre Familiengeschichte an genau diesem Ort in Bildern erzählt haben. Das hat mich sehr bewegt.

Lass dich ein auf die Orte deines Lebens.

// Mehr über ihre mutige Geschichte kannst du übrigens hier nachlesen.

 

Was wir haben

Kürzlich kam mein Mann nach Hause und erzählte mir, er habe heute einen Spruch gehört, der ihm nicht mehr aus dem Kopf ging:

Wir verbringen mehr Zeit damit, darüber nachzudenken, was wir nicht haben, als darüber, was wir haben.

Wie wahr. Und wie traurig, dass es wahr ist, fanden wir. Und so entschlossen wir uns – und müssen das sicher immer wieder neu tun – den Spieß umzudrehen. Darüber nachzudenken, was wir haben. Und dann wird klar: wir haben alles und noch mehr.

 

Hier ein paar ganz persönliche Eindrücke von unserem bisherigen Sommer Zweitausendsiebzehn, festgehalten auf Film … .

 

Ich wünsche euch noch einen wunderbaren August mit viel Sonne im Gesicht, einer milden Brise im Haar, Wasser auf der Haut, Gras unter den Füßen, Aprikosen im Bauch.


 

 

Am Neckar.

 

Wir vier.

 

Mittagsschlaf.

 

Wir fünf …

 

Für immer unser Lieblingseisundkuchenladen.

 

Unsere neuen Mitbewohner sind da.

 

Wer noch hat selber MiniMilk-Kindheitserinnerungen?

Applaus, Applaus.

„Applaus, Applaus“. Ein Liebeslied der Sportfreunde Stiller. Ein Liebeslied, bei dem ich nicht nur an meinen Mann, sondern auch an meine Kinder denken muss. Und ich bin sicher, allen frischen Eltern geht es so.

 

Mein Herz geht auf
Wenn du lachst!
Applaus, Applaus
Für deine Art mich zu begeistern
Hör niemals damit auf!

 

 

Ich wünsche mir, dass ich mich immer wieder von meinen Kindern begeistern lasse, auch noch in vielen Jahren, wenn die scheinbare Zeit der „ersten Male“vorbei scheint …

 

 

 

Bewusst.

Warum auf Film?

Meine Liebe zur Fotografie begann als Kind und sie war „analog“. Stundenlag habe ich die Alben und Boxen meiner Großeltern durchforstet, die Geschichten versucht zu rekonstruieren oder sie mir von Oma und Opa erzählen lassen. Bis ich irgendwann eine eigene Kamera geschenkt bekam und eigene Geschichten mit ihr erzählen konnte. Und das habe ich auch fortwährend getan, zunächst mit klassischen Filmrollen, später digital. Meine Geschichte, aber auch die Geschichten anderer.

An einem der letzten Weihnachtsfeste baute mein Vater den alten Diaprojektor meiner Familie auf, spannte ein weißes Laken, legte eine Box mit Dias ein. Es waren alles Bilder aus seiner Kindheit, aufgenommen von seinem Vater. Dabei glich kein Motiv dem nächsten, jedes stand für sich, erzählte einen weiteren Teil seiner Geschichte. Ganz platt gesagt: man musste nicht erst „aussortieren“. Und vor allem: die Bilder berührten mich tief.

Dieses Erlebnis, der Reiz des Handwerklichen, der Entschleunigung, das wirklich unnachahmliche Aussehen von Bildern, die auf Film aufgenommen werden, haben mich nach vielen Jahren in der digitalen Fotografie dazu bewogen haben, wieder „analog“ zu fotografieren.

Den Film einlegen. Bewusst vorgehen. Beobachten, warten. Auf euch. Auf das Licht. Vor allem da sein. Auslösen. Und dann: wieder warten. Gespannt sein. Vorfreude.

Jedes einzelne Bild, das während unseres Fotoshootings entsteht, entsteht bewusst. Jedes. Einzelne. Für eure Bilder verwende ich die hochwertigsten Filme, die heute noch hergestellt werden, und lasse sie in einem der weltweit besten Labore in Spanien entwickeln und für euch digitalisieren. Irgendwann, so hoffe ich, findet ihr mich nach unserem Treffen aber auch selbst in der Dunkelkammer.

 


 

Als ich kürzlich die Bilder eines Familienfotoshootings vom Labor zurück erhielt, wurde mir dies alles nochmal ganz deutlich bewusst. Ich durfte bei einem Treffen mit dieser Familie im letzten Jahr schon erste analoge Gehversuche wagen, dieses Mal blieb es ganz beim Film. Wir trafen uns an ihrem Haus, ihrem ersten, eigenen, ganz frisch erworbenen. Noch vieles ist zu tun, aber der Reiz dieses frischen Ereignisses war in seiner Schlichtheit überwältigend. Auf den Stufen des eigenes zu Hauses sitzen. Im Garten den eben gepflanzten Apfelbaum bewundern. Hinterm Haus über eine gigantische Wiese voller Pusteblumen streifen. Und all das ohne Eile, ganz bewusst und in Demut vor dem Moment eingefangen.

 

 

 

mama tröstet kind heidelberg leipzig

The in-betweens

 

An einem milden, sonnigen Märztag fuhr ich nach Heidelberg, um dort Familie S. zu treffen. Familie S. kommt ursprünglich aus Israel und lebt seit einigen Jahren in Heidelberg – und sie lieben Heidelberg! Deshalb war es ihr großer Wunsch, dass wir uns direkt in der Stadt zum fotografieren treffen. Die Gassen Heidelbergs waren voll mit Menschen, damit hatte ich so nicht gerechnet. Aber vielleicht auch mit etwas anderem  nicht … Papa S. sagte mir, dass sie sich natürlich schöne Familienbilder mit allen vor sagenhafter Heidelberger Kulisse wünschten, aber eigentlich seien das nicht die Bilder, die tatsächlich von ihnen als Familie erzählen – vielmehr sind es die vielen kleinen Momente dazwischen.

Und so konnten uns all die Leute nichts anhaben, es ging schließlich um so viel mehr als „schöne Familienbilder“.

 

  

Happiness is only real when shared.

Happiness is only real when shared. – Christopher McCandless

 

Ich habe die Verfilmung der realen Geschichte Christopher McCandless‘ „Into the Wild“ gefühlt schon hundert Mal gesehen. Jedes Mal trifft eine andere Szene, ein anderes Bild, eine andere Aussage genau in meine Lebenssituation. Christopher war auf der Suche nach sich selbst, allein und sich sicher, dieses Selbst losgelöst von menschlichen Beziehungen finden zu können. Ganz zum Schluss kommt er zur Einsicht, dass nur geteilte Freude wahrhaftige Freude sein kann.

Mehr als alles genießen wir als Familie Zeiten des Reisens, abseits des Alltags. Wir sammeln gemeinsam Erinnerungen, wie zum Beispiel vor einigen Wochen auf Mallorca. Ein paar dieser Erinnerungen, und ein Stückchen der Freude daraus, möchte ich heute mit euch teilen. Einmal ein Teil unserer Familiengeschichte, nicht immer nur die Geschichten anderer :)

Alle Bilder habe ich übrigens mit einer kleinen analogen Kamera und ein paar guten Rollen Film aufgenommen. Unperfekt schön.

 

 

Im Zentrum der Insel – Unsere Unterkunft Son Fuguero

 

 

In Palma de Mallorca

 

Im Süden – Ses Salines & Es Trenc

 

Im Westen & Norden – entspannte Dörfer

 

Im Westen – Cala Deià

 

Im Norden – Cap de Formentor & Naturschutgebiet S’Albufera

Blog Happiness-51