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Babybauch Papa Leipzig Winter

Der letzte Blogpost ist schon eine ganze Weile her. Inzwischen fühlen wir uns hier in Leipzig angekommen, sind dankbar für unser Häuschen, die Stadt, die Nähe zur Familie, und erste Banden neuer Freundschaften. Ein paar Bilder der ersten Monate werden ganz bald auch den Blog hier zieren.

Heute möchte ich euch die Bilder einer Fotosession zeigen, die nun schon ein Jahr her ist. A & V, voll Vorfreude und Erwartung, aufs Familiesein, Elternsein, Mama- und Papasein. Ein Jahr wird der kleine Spatz bald alt! Ich fragte A was sie ihrem Selbst von vor einem Jahr gern sagen würde …

Bleib du selbst. Versuche dein Kind in dein Leben zu integrieren. Ganz natürlich.

Was wäre es denn, was du deinem Selbst gern sagen würdest, kurz bevor dein erstes Kind zur Welt kam? Ich freue mich über spannende Beiträge in den Kommentaren!

 

Bei mir wäre es übrigens …

Prinzipien sind gut, doch nicht um jeden Preis. Sei frei, sie auch mal zu brechen.

 

 

Eine meiner liebsten Lyrikerinnen ist Mary Oliver. Sie schrieb einmal:

Instructions for living a life:

Pay attention.
Be astonished.
Tell about it.

Das klingt so einfach, und ist doch so schwer. Für Kinder aber ist es das natürlichste Vorgehen, so leben sie. Leben.

Ich will nicht müde werden, mir in dem Allen immer wieder ein Beispiel an ihnen zu nehmen. Acht zu geben, zu staunen, darüber zu sprechen. Ganz sicher: so lässt sich die Welt zum Guten ändern.

 

Es gibt Orte  – Plätze, Städte, Länder -, die ganz unweigerlich mit deinem Leben, mit der Geschichte deiner Familie, verknüpft sind. Das kann positiv sein, sodass du später immer nostalgisch werden wirst, sobald du an diesen Ort denkst. Das kann auch negativ sein und vielleicht möchtest du niemals wieder an diesen Ort zurückkehren. Oder es ist zerreißend ambivalent, so wie für die Familie auf den Bildern des heutigen Blogposts. Tübingen ist für sie so viel, so viel Traurigkeit, Herausforderung, Hoffnung, Freundschaft, Leben. Doch gerade deswegen wollten sie ihre Familiengeschichte an genau diesem Ort in Bildern erzählt haben. Das hat mich sehr bewegt.

Lass dich ein auf die Orte deines Lebens.

// Mehr über ihre mutige Geschichte kannst du übrigens hier nachlesen.

 

Warum auf Film?

Meine Liebe zur Fotografie begann als Kind und sie war „analog“. Stundenlag habe ich die Alben und Boxen meiner Großeltern durchforstet, die Geschichten versucht zu rekonstruieren oder sie mir von Oma und Opa erzählen lassen. Bis ich irgendwann eine eigene Kamera geschenkt bekam und eigene Geschichten mit ihr erzählen konnte. Und das habe ich auch fortwährend getan, zunächst mit klassischen Filmrollen, später digital. Meine Geschichte, aber auch die Geschichten anderer.

An einem der letzten Weihnachtsfeste baute mein Vater den alten Diaprojektor meiner Familie auf, spannte ein weißes Laken, legte eine Box mit Dias ein. Es waren alles Bilder aus seiner Kindheit, aufgenommen von seinem Vater. Dabei glich kein Motiv dem nächsten, jedes stand für sich, erzählte einen weiteren Teil seiner Geschichte. Ganz platt gesagt: man musste nicht erst „aussortieren“. Und vor allem: die Bilder berührten mich tief.

Dieses Erlebnis, der Reiz des Handwerklichen, der Entschleunigung, das wirklich unnachahmliche Aussehen von Bildern, die auf Film aufgenommen werden, haben mich nach vielen Jahren in der digitalen Fotografie dazu bewogen haben, wieder „analog“ zu fotografieren.

Den Film einlegen. Bewusst vorgehen. Beobachten, warten. Auf euch. Auf das Licht. Vor allem da sein. Auslösen. Und dann: wieder warten. Gespannt sein. Vorfreude.

Jedes einzelne Bild, das während unseres Fotoshootings entsteht, entsteht bewusst. Jedes. Einzelne. Für eure Bilder verwende ich die hochwertigsten Filme, die heute noch hergestellt werden, und lasse sie in einem der weltweit besten Labore in Spanien entwickeln und für euch digitalisieren. Irgendwann, so hoffe ich, findet ihr mich nach unserem Treffen aber auch selbst in der Dunkelkammer.

 


 

Als ich kürzlich die Bilder eines Familienfotoshootings vom Labor zurück erhielt, wurde mir dies alles nochmal ganz deutlich bewusst. Ich durfte bei einem Treffen mit dieser Familie im letzten Jahr schon erste analoge Gehversuche wagen, dieses Mal blieb es ganz beim Film. Wir trafen uns an ihrem Haus, ihrem ersten, eigenen, ganz frisch erworbenen. Noch vieles ist zu tun, aber der Reiz dieses frischen Ereignisses war in seiner Schlichtheit überwältigend. Auf den Stufen des eigenes zu Hauses sitzen. Im Garten den eben gepflanzten Apfelbaum bewundern. Hinterm Haus über eine gigantische Wiese voller Pusteblumen streifen. Und all das ohne Eile, ganz bewusst und in Demut vor dem Moment eingefangen.

 

 

 

Lange saßen sie dort und hatten es schwer, doch sie hatten es gemeinsam schwer und das war ein Trost. Leicht war es trotzdem nicht.

Astrid Lindgren

 

Dieser Vormittag war alles andere als schwer. Wir hatten riesig viel Spaß, Steine in die Steinlach zu werfen, über Steine zu klettern, zu toben, zu küssen, zu sein. Bald vier.

Und trotzdem. So leicht wird es nicht immer gehen. Das ist allen klar … außer dem Kleinen vielleicht. Doch egal was kommen mag, es geht gemeinsam. Und das ist ein Trost.

 

 

Astrid Lindgren sagte einmal:

 

Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar.

 

Gestern durfte ich diese fantastische Familie besuchen, denn die kleine Schwester ist nun endlich da.

Ein Sommerwunder. Ein Wunder, jedes Mal auf’s Neue. Sich wundern – dass wir das noch nicht verlernt haben …!? Sich wundern lernt man mit Astrid Lindgren immer wieder. Sich wundern über ihre Aussage. Darüber stolpern, stehen bleiben, den Gedanken verfolgen. Ja, es ist wunderbar, wenn man auch frech und wild sein kann. Und darf. Und sich nicht unterkriegen lässt. Das wünsche ich diesen vier Wundern.

 

Blog Fam Bensel I-12

Umarmen hat seine Zeit wie auch das Loslassen. // a time to embrace and a time to refrain from embracing

[aus der Bibel]

 

Das englische Wort „embrace“ bedeutet „umarmen“, aber in einem tieferen Sinne als das physische Umarmen. Es bedeutet vielmehr eine Situation anzunehmen, sich jemandem oder etwas ganz hinzugeben.

In den letzten sieben Jahren habe ich das Fotografieren umarmt, insbesondere die Hochzeitsfotografie.  Ich habe viel gelernt und wieder verworfen, habe wertvolle Menschen und deren Geschichten kennengelernt, habe viel Zeit, Kraft und andere Ressourcen investiert, habe nach meiner Art zu erzählen gesucht. Die Fotografie war in allem beständig, während ansonsten viele Stürme tobten und sich mein Leben an vielen Stellen verändert hat. Langsam merke ich, dass sich mein Fotografieren mit verändern muss. Es ist Zeit, etwas loszulassen. Es ist Zeit, die Hochzeitsfotografie loszulassen.
Und wenn man etwas loslässt, dann ist Platz, etwas Neues zu umarmen.  Verschiedene Menschen und Situationen haben in mir die große Neugier an der analogen Fotografie entfacht. So richtig mit Filmrollen und Dunkelkammern. In den letzten Monaten habe ich immer wieder nebenbei erste Versuche mit einer einfachen, analogen Kamera gemacht. Es ist eine ganz andere, eine ruhige, intentionale Art zu Fotografieren. Es hilft mir noch besser, mein Herzensanliegen umzusetzen: innige Geschichten von unschätzbarem Wert in Bildern sichtbar zu machen, zu erzählen. Auch wenn ich mich mit einer analogen Kamera noch wie ein absoluter Amateur fühle, so will ich nun an dieser Stelle lernen und investieren, ich will es umarmen. Vielleicht geht das Ganze auch fürchterlich schief, aber ich will es versucht haben.

In den kommenden Monaten warten noch viele wunderbare Hochzeiten auf mich. Ich freue mich riesig auf jede einzelne und empfinde sie als einen gebührenden Abschied für mich persönlich. Wie war das? Man soll gehen wenn’s am schönsten ist? Ich möchte mich  nun hauptsächlich auf Familien in all ihren Formen und Farben, in all ihren Stadien konzentrieren, aber auch After-Wedding-Shootings haben es mir angetan.
Zunächst werde ich zweigleisig, also digital und analog, fotografieren, denn ich merke, dass ich für das Analoge noch viel Übung brauche. Wir werden sehen, wohin der Weg führt.

 

Danke an euch alle, die ihr mich in den letzten Jahren so vielfältig ermutigt und unterstützt habt. Geht ihr auch diesen Weg mit?

 

In diesem Sinne heiße ich euch auch auf meiner neuen Website und meinem neuen Blog herzlich willkommen! Im letzten Jahr habe ich in viiielen laaangen Nächten gemeinsam mit meinem guten Freund Simon Leimig daran  gearbeitet, um mein Herzensanliegen mit der Fotografie noch besser transportieren. Schaut euch mal um! Ich würde mich freuen, wenn ihr auch ab und zu auf dem Blog vorbeikommt.

Nachfolgend möchte ich euch nun ein paar erste offizielle analoge Aufnahmen zeigen, die ganz und gar mein Herz berühren.

 

Eine Umarmung,
Sophie.