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Der Berg ruft.

Wer uns kennt weiß: wir reisen seeehr gern, und sehr gern umher. Einige europäische Länder und Städte haben wir in den letzten gemeinsamen dreizehn Jahren erkundet, waren mehrfach in den USA, haben Israel und Indien bereist. Fernweh haben wir eigentlich fast immer. Wind, Meer, Sand – das lockte uns bisher am meisten.

Wer hätte gedacht, dass uns in diesem Sommer ein ganz anderer Ruf ereilt – nämlich der der Berge? So nah, und doch unbekanntes Gebiet für uns. Aber er ruft, der Berg, ganz laut und deutlich. Morgen geht es für uns in die Dolomiten!

Wir wandern gern, und mit unserem Großen in der Trage oder Kraxe war das bisher auch immer gut machbar. Ihn länger zu tragen ist inzwischen aber nicht mehr drin, daher wird er selbst wandern. In den letzten Monaten haben wir einige „Testwanderungen“ gemacht – um zu sehen, wie weit wir gemeinsam kommen, was uns alle motiviert durchzuhalten … und um die neuen Wanderschuhe einzulaufen :)

Eine unserer Wanderungen führte uns am wunderschönen Grünen Graben entlang zum beliebten „Kaffee Kurt“ – der hat sein Kaffeezelt mitten im Wald aufgeschlagen, mahlt den Kaffee noch gemütlich von Hand und hat guten, selbstgebackenen Kuchen dabei.  Der Grüne Graben liegt oberhalb des Schwarzwassertals ganz tief im Erzgebirge.

Hier kommen ein paar Eindrücke unserer Wanderung, wie immer festgehalten auf Film. (Zum Schluss findet ihr  ein Bild von 2016, als wir die selbe Strecke schon einmal gewandert sind. Ach, was seitdem alles passiert ist… )

 

 

Von 2016 …

 

Großzügig sein. Langsam leben.

Attention is the rarest and purest form of generosity. #simoneweil

Großzügigkeit ist eine Eigenschaft, ein Wert nach dem ich strebe. Etwas, das es immer wieder neu auszuloten und vor Augen zu halten gilt.

Als ich über dieses Zitat von Simone Weil gestolpert bin, hat der Begriff Großzügigkeit für mich nochmal an Brisanz zugenommen, und hat mich überführt. Wie oft halte ich meine Taten und Gesten für großzügig – aber ist es meine Herzenshaltung auch? Bin ich großzügig mit dem Kostbarsten – mit meiner Zeit? Und landen wir dabei nicht wieder bei einem aktuellen Trend, der so viel mehr sein sollte als das, weil er eigentlich die Macht besitzt, unsere Gesellschaft und uns selbst nachhaltig zum Positiven zu verändern – „slow living“?

Ja, das ist es doch: großzügig sein heißt langsam leben.


Der Morgen bei J. und ihren beiden Mädchen war genau das: langsam, langsam im allerpositivsten, großzügigen Sinne. Miteinander reden und spielen und lesen, der Kleinsten ein ausgiebiges Nickerchen gönnen, Obstvesper und feinstes Rhabarbercrumble schmausen (das sie extra für mich vorbereitet hatten). Diese „stinknormalen“ Morgende sind so kostbar im Elternleben, denn sie dauern – perspektivisch gesehen-  nur einen Wimpernschlag lang, prägen jedoch unfassbar tief. Umso wichtiger, gerade das ohne Hektik einzufangen, Bild für Bild.

Kommt mit ins wunderschöne, liebevolle Zuhause von J. und ihrer Familie (eine herrliche, helle Altbauwohnung im Herzen von Leipzig)!

– Alle Aufnahmen, wie immer, analog entstanden.-

 

So viel mehr.

Einige von euch kennen die schöne Mama aus dem heutigen Blogpost sicher schon – es war bereits das vierte Mal, das ich C. in den letzten fünf Jahren fotografieren durfte. Mit ihren besten Freundinnen, mit dem Mann an ihrer Seite, bei ihrer Hochzeit am Bodensee – und vor einigen Wochen voll froher Erwartungen. Diesmal an einem der herrlichen Leipziger Seen.

Es mag etwas schwülstig klingen, aber das alles macht mich wirklich demütig. Dass ich immer wieder an unterschiedlichen Punkten in der Geschichte einer Familie dabei sein darf und damit betraut werde, sie einzufangen, sie festzuhalten, zu schaffen was bleibt – dabei werde ich ganz klein vor Staunen vor jeder einzigartigen Menschengeschichte.

Mit all unseren digitalen Möglichkeiten ist man als Fotografen, als Eltern, als Fotografeneltern, verlockt, ständig alles festhalten zu wollen und zu müssen. Natürlich ist es schön, so viel festhalten zu können – aber … fünfzehn Varianten des exakt gleichen Motivs? Irgendwas wird schon dabei sein? Wer kann diese Bilderflut noch bewältigen? Wo liegt noch der Wert eines Bildes?

Ich werde öfters angefragt, ob ich nicht mal ein paar schöne Bilder machen könne. Und ja – es sollen schöne Bilder von euch entstehen.

Doch letztlich geht es um SO VIEL MEHR als „ein paar schöne Bilder“. Es geht um eure Familiengeschichte, die in kostbaren Bildern konserviert wird, für eure Endlichkeit und die Nachwelt. Wer kann den Wert dessen tatsächlich erfassen?

 

Hier kommen nun die Bilder eines weiteren wichtigen Lebensabschnitts zweier, nein dreier Menschen. Entstanden am Störmthaler See bei Leipzig, wie immer analog auf Film.

 

Neuanfang.

Am ersten warmen Frühlingstag vor einigen Wochen traf ich Sarah und ihren kleinen Sohn am Cospudener See bei Leipzig. Nicht nur dass zum ersten Mal so richtig die Vögel zwitscherten und eine laue Brise wehte, auch für Sarah und ihre Familie lag Neuanfang in der Luft. Inzwischen hat sich viel für die ganze Familie geändert: die kleine Schwester ist wohlbehalten auf die Welt gekommen!
Natürlich, die Vorfreude auf ein neues, weiteres Baby ist riesig, aber irgendwo, ganz tief drinnen, spürt und ahnt man, dass sich viel mehr ändern wird, als dass „einfach“ ein neues Familienmitglied hinzukommt.
Die letzten Tage und Wochen mit unserem Sohn vor der Geburt seiner kleinen Schwester waren für mich ebenfalls unendlich kostbar. Es war ein anderes Leben.
Und deshalb war es auch so wertvoll, diese Momente von Sarah und ihrem kleinen Großen festhalten zu dürfen.
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Unser Umzug von Tübingen nach Leipzig bedeutete auch für mich und meine Fotografie einen Neuanfang. Ab Juni können wir uns endlich ganz offiziell für euer Fotoshooting mit mir in Leipzig und Umgebung treffen, bei euch zu Hause, am See oder an einem der viiielen anderen schönen Orte hier (von denen ich die meisten noch nicht kenne und ganz sicher Nachholbedarf habe). Meldet euch gern über das Kontaktformular!

 

 

PS: Auf nopantstoday teilt Sarah Gedanken, Freuden, Herz. Unbedingt mal vorbeischauen!

They have my heart

Heute möchte ich etwas Persönliches mit euch teilen.

Eine Liebeserklärung.

Do you remember the first kiss?
Stars shooting across the sky
To come to such a place as this
You never left my mind
And I draw a line
To your heart today
To your heart from mine
A line to keep us safe
All through the rising sun
All through the circling years
You were the only one

Who could have brought me here

And I draw a line
To your heart today
To your heart from mine
A line to keep us safe
 
„One Line“ von PJ Harvey ist einer unserer gemeinsamen Lieblingslieder seit vielen Jahren. So viel Tiefe liegt für uns darin. So viel Tiefe haben wir gemeinsam durchlebt, und Höhe. Immer wieder. Nur mit dir. Jetzt mit euch.
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Diese Bilder entstanden im Mai 2016 am Cospudener See bei Leipzig. Analog.