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Nun wohnen wir seit einem Jahr in Leipzig, haben ein Mal alle Jahreszeiten miterlebt und Leipzig in seinen vielen, wunderschönen Facetten kennengelernt. Ich dachte immer, es braucht ein Mal diesen Jahreslauf, um anzukommen. Doch es braucht so viel mehr. Es braucht Menschen und Leben teilen. Nur wo Gemeinschaft wächst, kann unser Zuhause wachsen. Und damit sind wir hier in Leipzig von Anfang an beschenkt. Unser Zuhause-Gefühl wächst.

Natürlich vermissen wir Tübingen und vermissen unsere Freunde hier im Alltag. Aber nicht nur das Ankommen hier findet statt, sondern auch das Weiterwachsen von alten Freundschaften. Wie viele Besucher hatten wir in diesem Jahr, und konnten sie in unsere Leipzig-Welt mitnehmen…!

Kommt hier noch ein Stück mit!

 

NimmFilm: Mein Labor in Leipzig-Lindenau

Wie ihr sicher wisst fotografiere ich seit zweieinhalb Jahren fast ausschließlich analog. Durch einen absoluten Zufall – insofern es so etwas gibt – stieß ich beim Bummeln auf der Georg-Schwarz-Straße in Lindenau zu Beginn des Sommers auf „NimmFilm“. Bis dahin schickte ich meine Filme immer nach Valencia oder in ein Labor westlich von Bonn. Doch was kann es besseres geben, als seine Filme sicher und persönlich ins Labor zu bringen und diejenigen persönlich zu kennen die so essentiell an der Entstehung meiner Bilder beteiligt sind? Eine meiner großen Freuden dieses Jahr: mit Andi und dem NimmFilm-Team zusammen zu arbeiten. Ich durfte jetzt im Herbst meine eigenen Filme auch schon mit scannen und es macht riesig viel Spaß ganz nah am handwerklichen Prozess dabei zu sein!

 

Wandern in der Sächsischen Schweiz

So langsam begreifen wir die strategisch günstige Lage Leipzigs. In ein bis zwei Stunden erreicht man von hier aus die wunderschönsten Ziele Mitteldeutschlands. Unser Freund Johannes und seine Familie nahmen uns mit auf eine Wanderung in die Sächsische Schweiz. Der Aufstieg durchs berühmte Nadelöhr war abenteuerlich aber alle haben es gemeistert, die Ausblicke grandios und am Abend überraschte uns die Pirna – eine ganz arg schöne Stadt!

Für  das neue Jahr haben wir eine ganze Liste mit Wochenendzielen :)

 

 

Herbst am Strand

… geht hier super. Vor allem weil die schönsten Strände fast menschenleer waren, sobald die Badesaison beendet war. Der milde Wind und die Sonne – es waren die allerschönsten Tage!

 

Quetschfest im Alten Kranwerk Naunhof

Kodak Portra 400

 

… und noch mehr Seetage

 

Zoobesuche mit der Familie

 

Im Botanischen Garten Leipzig

 

Unterwegs in unserem Viertel: Gohlis-Süd und das Rosental

Das alles macht mich dankbar, und ich freue mich auf all die altbekannten Menschen und frischen Freundschaften im neuen Jahr.

Von Herzen eine frohe Weihnachtszeit! – Wir sehen uns hier wieder irgendwann in Zweitausendneunzehn.

Babybauch Papa Leipzig Winter

Der letzte Blogpost ist schon eine ganze Weile her. Inzwischen fühlen wir uns hier in Leipzig angekommen, sind dankbar für unser Häuschen, die Stadt, die Nähe zur Familie, und erste Banden neuer Freundschaften. Ein paar Bilder der ersten Monate werden ganz bald auch den Blog hier zieren.

Heute möchte ich euch die Bilder einer Fotosession zeigen, die nun schon ein Jahr her ist. A & V, voll Vorfreude und Erwartung, aufs Familiesein, Elternsein, Mama- und Papasein. Ein Jahr wird der kleine Spatz bald alt! Ich fragte A was sie ihrem Selbst von vor einem Jahr gern sagen würde …

Bleib du selbst. Versuche dein Kind in dein Leben zu integrieren. Ganz natürlich.

Was wäre es denn, was du deinem Selbst gern sagen würdest, kurz bevor dein erstes Kind zur Welt kam? Ich freue mich über spannende Beiträge in den Kommentaren!

 

Bei mir wäre es übrigens …

Prinzipien sind gut, doch nicht um jeden Preis. Sei frei, sie auch mal zu brechen.

 

 

Eine meiner liebsten Lyrikerinnen ist Mary Oliver. Sie schrieb einmal:

Instructions for living a life:

Pay attention.
Be astonished.
Tell about it.

Das klingt so einfach, und ist doch so schwer. Für Kinder aber ist es das natürlichste Vorgehen, so leben sie. Leben.

Ich will nicht müde werden, mir in dem Allen immer wieder ein Beispiel an ihnen zu nehmen. Acht zu geben, zu staunen, darüber zu sprechen. Ganz sicher: so lässt sich die Welt zum Guten ändern.

 

Es gibt Orte  – Plätze, Städte, Länder -, die ganz unweigerlich mit deinem Leben, mit der Geschichte deiner Familie, verknüpft sind. Das kann positiv sein, sodass du später immer nostalgisch werden wirst, sobald du an diesen Ort denkst. Das kann auch negativ sein und vielleicht möchtest du niemals wieder an diesen Ort zurückkehren. Oder es ist zerreißend ambivalent, so wie für die Familie auf den Bildern des heutigen Blogposts. Tübingen ist für sie so viel, so viel Traurigkeit, Herausforderung, Hoffnung, Freundschaft, Leben. Doch gerade deswegen wollten sie ihre Familiengeschichte an genau diesem Ort in Bildern erzählt haben. Das hat mich sehr bewegt.

Lass dich ein auf die Orte deines Lebens.

// Mehr über ihre mutige Geschichte kannst du übrigens hier nachlesen.

 

Kürzlich kam mein Mann nach Hause und erzählte mir, er habe heute einen Spruch gehört, der ihm nicht mehr aus dem Kopf ging:

Wir verbringen mehr Zeit damit, darüber nachzudenken, was wir nicht haben, als darüber, was wir haben.

Wie wahr. Und wie traurig, dass es wahr ist, fanden wir. Und so entschlossen wir uns – und müssen das sicher immer wieder neu tun – den Spieß umzudrehen. Darüber nachzudenken, was wir haben. Und dann wird klar: wir haben alles und noch mehr.

 

Hier ein paar ganz persönliche Eindrücke von unserem bisherigen Sommer Zweitausendsiebzehn, festgehalten auf Film … .

 

Ich wünsche euch noch einen wunderbaren August mit viel Sonne im Gesicht, einer milden Brise im Haar, Wasser auf der Haut, Gras unter den Füßen, Aprikosen im Bauch.


 

 

Am Neckar.

 

Wir vier.

 

Mittagsschlaf.

 

Wir fünf …

 

Für immer unser Lieblingseisundkuchenladen.

 

Unsere neuen Mitbewohner sind da.

 

Wer noch hat selber MiniMilk-Kindheitserinnerungen?

Warum auf Film?

Meine Liebe zur Fotografie begann als Kind und sie war „analog“. Stundenlag habe ich die Alben und Boxen meiner Großeltern durchforstet, die Geschichten versucht zu rekonstruieren oder sie mir von Oma und Opa erzählen lassen. Bis ich irgendwann eine eigene Kamera geschenkt bekam und eigene Geschichten mit ihr erzählen konnte. Und das habe ich auch fortwährend getan, zunächst mit klassischen Filmrollen, später digital. Meine Geschichte, aber auch die Geschichten anderer.

An einem der letzten Weihnachtsfeste baute mein Vater den alten Diaprojektor meiner Familie auf, spannte ein weißes Laken, legte eine Box mit Dias ein. Es waren alles Bilder aus seiner Kindheit, aufgenommen von seinem Vater. Dabei glich kein Motiv dem nächsten, jedes stand für sich, erzählte einen weiteren Teil seiner Geschichte. Ganz platt gesagt: man musste nicht erst „aussortieren“. Und vor allem: die Bilder berührten mich tief.

Dieses Erlebnis, der Reiz des Handwerklichen, der Entschleunigung, das wirklich unnachahmliche Aussehen von Bildern, die auf Film aufgenommen werden, haben mich nach vielen Jahren in der digitalen Fotografie dazu bewogen haben, wieder „analog“ zu fotografieren.

Den Film einlegen. Bewusst vorgehen. Beobachten, warten. Auf euch. Auf das Licht. Vor allem da sein. Auslösen. Und dann: wieder warten. Gespannt sein. Vorfreude.

Jedes einzelne Bild, das während unseres Fotoshootings entsteht, entsteht bewusst. Jedes. Einzelne. Für eure Bilder verwende ich die hochwertigsten Filme, die heute noch hergestellt werden, und lasse sie in einem der weltweit besten Labore in Spanien entwickeln und für euch digitalisieren. Irgendwann, so hoffe ich, findet ihr mich nach unserem Treffen aber auch selbst in der Dunkelkammer.

 


 

Als ich kürzlich die Bilder eines Familienfotoshootings vom Labor zurück erhielt, wurde mir dies alles nochmal ganz deutlich bewusst. Ich durfte bei einem Treffen mit dieser Familie im letzten Jahr schon erste analoge Gehversuche wagen, dieses Mal blieb es ganz beim Film. Wir trafen uns an ihrem Haus, ihrem ersten, eigenen, ganz frisch erworbenen. Noch vieles ist zu tun, aber der Reiz dieses frischen Ereignisses war in seiner Schlichtheit überwältigend. Auf den Stufen des eigenes zu Hauses sitzen. Im Garten den eben gepflanzten Apfelbaum bewundern. Hinterm Haus über eine gigantische Wiese voller Pusteblumen streifen. Und all das ohne Eile, ganz bewusst und in Demut vor dem Moment eingefangen.

 

 

 

Lange saßen sie dort und hatten es schwer, doch sie hatten es gemeinsam schwer und das war ein Trost. Leicht war es trotzdem nicht.

Astrid Lindgren

 

Dieser Vormittag war alles andere als schwer. Wir hatten riesig viel Spaß, Steine in die Steinlach zu werfen, über Steine zu klettern, zu toben, zu küssen, zu sein. Bald vier.

Und trotzdem. So leicht wird es nicht immer gehen. Das ist allen klar … außer dem Kleinen vielleicht. Doch egal was kommen mag, es geht gemeinsam. Und das ist ein Trost.

 

 

Astrid Lindgren sagte einmal:

 

Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar.

 

Gestern durfte ich diese fantastische Familie besuchen, denn die kleine Schwester ist nun endlich da.

Ein Sommerwunder. Ein Wunder, jedes Mal auf’s Neue. Sich wundern – dass wir das noch nicht verlernt haben …!? Sich wundern lernt man mit Astrid Lindgren immer wieder. Sich wundern über ihre Aussage. Darüber stolpern, stehen bleiben, den Gedanken verfolgen. Ja, es ist wunderbar, wenn man auch frech und wild sein kann. Und darf. Und sich nicht unterkriegen lässt. Das wünsche ich diesen vier Wundern.

 

Blog Fam Bensel I-12

Umarmen hat seine Zeit wie auch das Loslassen. // a time to embrace and a time to refrain from embracing

[aus der Bibel]

 

Das englische Wort „embrace“ bedeutet „umarmen“, aber in einem tieferen Sinne als das physische Umarmen. Es bedeutet vielmehr eine Situation anzunehmen, sich jemandem oder etwas ganz hinzugeben.

In den letzten sieben Jahren habe ich das Fotografieren umarmt, insbesondere die Hochzeitsfotografie.  Ich habe viel gelernt und wieder verworfen, habe wertvolle Menschen und deren Geschichten kennengelernt, habe viel Zeit, Kraft und andere Ressourcen investiert, habe nach meiner Art zu erzählen gesucht. Die Fotografie war in allem beständig, während ansonsten viele Stürme tobten und sich mein Leben an vielen Stellen verändert hat. Langsam merke ich, dass sich mein Fotografieren mit verändern muss. Es ist Zeit, etwas loszulassen. Es ist Zeit, die Hochzeitsfotografie loszulassen.
Und wenn man etwas loslässt, dann ist Platz, etwas Neues zu umarmen.  Verschiedene Menschen und Situationen haben in mir die große Neugier an der analogen Fotografie entfacht. So richtig mit Filmrollen und Dunkelkammern. In den letzten Monaten habe ich immer wieder nebenbei erste Versuche mit einer einfachen, analogen Kamera gemacht. Es ist eine ganz andere, eine ruhige, intentionale Art zu Fotografieren. Es hilft mir noch besser, mein Herzensanliegen umzusetzen: innige Geschichten von unschätzbarem Wert in Bildern sichtbar zu machen, zu erzählen. Auch wenn ich mich mit einer analogen Kamera noch wie ein absoluter Amateur fühle, so will ich nun an dieser Stelle lernen und investieren, ich will es umarmen. Vielleicht geht das Ganze auch fürchterlich schief, aber ich will es versucht haben.

In den kommenden Monaten warten noch viele wunderbare Hochzeiten auf mich. Ich freue mich riesig auf jede einzelne und empfinde sie als einen gebührenden Abschied für mich persönlich. Wie war das? Man soll gehen wenn’s am schönsten ist? Ich möchte mich  nun hauptsächlich auf Familien in all ihren Formen und Farben, in all ihren Stadien konzentrieren, aber auch After-Wedding-Shootings haben es mir angetan.
Zunächst werde ich zweigleisig, also digital und analog, fotografieren, denn ich merke, dass ich für das Analoge noch viel Übung brauche. Wir werden sehen, wohin der Weg führt.

 

Danke an euch alle, die ihr mich in den letzten Jahren so vielfältig ermutigt und unterstützt habt. Geht ihr auch diesen Weg mit?

 

In diesem Sinne heiße ich euch auch auf meiner neuen Website und meinem neuen Blog herzlich willkommen! Im letzten Jahr habe ich in viiielen laaangen Nächten gemeinsam mit meinem guten Freund Simon Leimig daran  gearbeitet, um mein Herzensanliegen mit der Fotografie noch besser transportieren. Schaut euch mal um! Ich würde mich freuen, wenn ihr auch ab und zu auf dem Blog vorbeikommt.

Nachfolgend möchte ich euch nun ein paar erste offizielle analoge Aufnahmen zeigen, die ganz und gar mein Herz berühren.

 

Eine Umarmung,
Sophie.